Europabüro der bayerischen Kommunen Europabüro der bayerischen Kommunen

Praktikumsberichte

Auf dieser Seite sollen ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten ihre Erfahrungen schildern. Wir hoffen hier bald weitere Berichte veröffentlichen zu können.

Praktikumsberichte

Praktikumsbericht Stephanie Plank

Auslandspraktikum in Brüssel – der Hauptstadt Europas

Im Rahmen meiner dualen Ausbildung beim Bezirk Oberbayern durfte ich von September 2016 bis Januar 2017 ein Auslandspraktikum in den Europabüros der bayerischen Kommunen (kurz: EBBK) und des deutschen Städte- und Gemeindebundes (kurz: DStGB) ableisten:
So hospitierte ich die ersten drei Monate in der Bürogemeinschaft der bayerischen, baden-württembergischen und sächsischen Kommunen, welche u.a. von den kommunalen Spitzenverbänden – Bayerischer Gemeindetag, Bayerischer Städtetag, Bayerischer Landkreistag und Bayerischer Bezirketag – sowie dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband getragen wird. Die zentrale Lage im Brüsseler Europaviertel ermöglicht einen Informationsaustausch aus erster Hand sowie Interessensvertretung direkt vor Ort. Dabei hat das EBBK die Aufgabe eines kommunalen Frühwarnsystems inne, wobei es zugleich als „Horchposten“ und „Sprachrohr“ fungiert. Der Informations- und Interessensaustausch erfolgt hierbei in zwei Richtungen: Durch Teilnahme sowie Organisation entsprechender Veranstaltungen werden Absichten und Benachrichtigungen von Kommunen an die zuständigen, europäischen Stellen getragen. Umgekehrt werden kommunale Absichten und Betreffe frühzeitig abgegriffen und weitergegeben. So können oftmals relevante Informationen schon lange vor den schriftlichen Bekanntmachungen bzw. öffentlichen Stellungnahmen übermittelt und genutzt werden. Die zeitnahe Unterrichtung der Kommunen über EU-Gesetzgebungsvorhaben und Urteile bzw. verschiedenste Initiativen, Förderprogramme und insb. deren Ausschreibungen zählen gleichsam wie die kommunale Interessensvertretung gegenüber dem Europäischen Parlament zu den Hauptaufgaben des EBBK.

In gleicher Weise vertritt das ebenfalls sehr zentral, direkt am Jubelpark gelegene Europabüro des DStGB die Interessen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden Deutschlands bei den Organen der Europäischen Union.

Zu meinen persönlichen Erfahrungs-Highlights in der sog. Brussels' Bubble zählen neben den Veranstaltungen in den „großen EU-Institutionen“, wo ich diverse Vorträge, Plenums-diskussionen bzw. Stakeholder-Konsultationen zu einer Bandbreite an Themen besuchen durfte, auch die interkulturellen Begegnungen. Jene fanden zum Teil auf sog. Networking-Veranstaltungen statt. Dort habe ich viele wunderbare Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen kennengelernt, die es wie mich teils nur auf begrenzte Zeit in die Hauptstadt Europas verschlagen hatte. Auf diese Weise wurde das Motto der EU 'In Vielfalt geeint' wahrlich lebendig und so lernte ich jenen europäischen Geist schätzen und l(i)eben. In diesem Sinne habe ich Brüssel auch zum Ausgangspunkt zahlreicher Ausflüge gemacht und verschiedene umliegende Reiseziele – Amsterdam, Brügge, Gent, Ypern, Paris und London, etc. … – besucht.

Abschließend möchte ich mich noch(mals) bei all jenen bedanken, die mir den Aufenthalt in und um Brüssel ermöglicht haben: Es waren fünf aufregende, lehrreiche und prägende Monate, die viel zu schnell vergangen sind – mir aber in bester Erinnerung bleiben werden.

Stephanie Plank

 

Dieser Praktikumsbericht erschien ursprünglich im Bezirksblatt des Bezirks Oberbayern, Ausgabe Juli/August 2017.
Wir danken Frau Plank, dass Sie uns den Bericht zur Verfügung stellt.

 

 

 

Praktikumsbericht Rebekka Schmidt

Praktikumsbericht Rebekka Schmidt

Ich heiße Rebekka Schmidt und war von Juli bis August 2017 Praktikantin im Europabüro der Bayerischen Kommunen in Brüssel. Um nach dem schriftlichen Teil der Zweiten Juristischen Staatsprüfung praktische Erfahrungen im Bereich Europarecht zu sammeln hatte ich mich entschieden, zwei Monate meines Pflichtwahlpraktikums im Europabüro zu absolvieren.

Vorbereitungen
Meine Bewerbungsunterlagen sendete ich ca. ein Jahr vor dem gewünschten Praktikumszeitraum an das Europabüro. Nach einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Leiter Maximilian Klein bekam ich die Zusage und habe mich sehr gefreut! Von Deutschland aus mietete ich über Airbnb ein WG-Zimmer in der Gemeinde Schaerbeek in Brüssel, von wo ich das Europabüro bequem per Bus erreichen konnte.


Arbeiten im Europabüro
Meine Hauptaufgaben waren journalistischer Natur: Ich erstellte Kurzartikel für den wöchentlichen Newsletter Brüssel Aktuell und arbeitete an einer Europa-Sonderausgabe der Fachzeitschrift „Bayerischer Bürgermeister“ mit. Zudem führte ich Recherchearbeiten durch und erstellte Positionspapiere, etwa zu der geplanten Überarbeitung der Richtlinie (EU) Nr. 2014/23 über die Konzessionsvergabe. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich zahlreiche Veranstaltungen mit hochkarätigen Teilnehmern besuchen konnte. Beispielsweise nahm ich an einer Konferenz über nachhaltige Finanzwirtschaft im Berlaymont-Gebäude teil und besuchte im Hanse-Office eine Diskussionsrunde über die zukünftige Gestaltung der europäischen Flüchtlingspolitik. Die Arbeitsatmosphäre im Europabüro war immer sehr gut, das Team ist sehr nett und aufgeschlossen, ich konnte jederzeit Fragen stellen und habe mich wohl gefühlt.

Alltag in Brüssel
Brüssel ist eine sehr internationale Stadt in der die Begeisterung für den europäischen Gedanken einfach überspringen muss. Im täglichen Leben haben mir meine Französischkenntnisse sehr weiter geholfen. Meine Befürchtungen, dass aufgrund der Terrorgefahr eine gedrückte oder ängstliche Stimmung in der Stadt herrschen würde, haben sich nicht im Geringsten bewahrheitet. An den Wochenenden kann ich Ausflüge nach Brügge, Antwerpen, Gent oder Ostende empfehlen.


Fazit
Auch wenn meine Tätigkeiten nicht zu den klassischen Aufgaben einer Juristin gehörten, würde ich das Praktikum auf jeden Fall wieder machen. Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Bürogemeinschaft war sehr angenehm und ich konnte Europa hautnah erleben – was in Zeiten des „Brexit“ und der Diskussion zur Zukunft der EU sehr spannend war.

 

 Wir danken Frau Schmidt für die Bereitschaft, uns diesen Bericht zur Verfügung zu stellen.

 

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